Cimarron-Edition
Inh. Karl-Heinz Winkowski e.K.
Asternweg 4
26160 Bad Zwischenahn
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Ralf Biskup
Illustration
Doris Hess
Gestaltung - Satz - Druck
Gregori Latsch
Text
Die drei Säulen des Cimarron-Teams.
Ende der 1990er Jahre - G.L.: 2017


 

Notwendiger Epilog

”Eine Vorsehung gibt es nicht.
Was uns zum Schreiben treibt, ist der Versuch,
auf unserer Spur zu bleiben, die irgendwer
irgendwann einmal in uns gelegt hat.
Und es hat auch keinen Sinn, große Dinge anzustreben,
die im geistigen Auge ein unruhiges Flackern
hinterlassen.
Darin sind jene Leute perfekt, die an der
Oberfläche ihres Seins
von einer grandiosen Tiefe schwätzen.
Es wird auch kaum gelingen, den besessenen Köpfen,
die mit spitzer Feder auf der Suche nach
literarischer Erkenntnis sind, beizubringen,
daß Literatur und Dichtung ein Teil des
Menschenbildes sind -
und, verdammt noch mal, auf keinen Fall
irgendein Ergebnis kurzfristiger Aussagen über die Zeit.
Manche glauben, das Ende ihrer Erkenntnis
erreicht zu haben. Ich bewundere diese Leute.
Es ist schon schwierig genug, über den Anfang
hinwegzukommen. Aber das ist ein subjektives Problem.
Und was am Ende an Gedanken aufs Papier kommt,
das hatten wir von Anfang an mit uns herumgetragen.
Daß es in Sprache umgewandelt wird,
liegt wohl an unserem Hang zur Eitelkeit.
Es gibt keinen Marktplatz mehr.
Die Lagerfeuer sind schon lange ausgebrannt.
Und die Gespräche untereinander gleichen Sternschnuppen.
Eines Tages wird die Sprache, auf ihrer Reise durch die Welt
unserer Gedanken, nicht mehr zu uns zurückkehren.”

Aus: Aufstand der Wörter - Reihe: Cimarron art - 1994

QUINTILIANS ANTIKE GEGENWART

Den verderbenden Glanz des Ruhms
im Alter zu erringen, vielleicht post mortem,
kann das für uns von Nutzen sein?

In heiliger Einsamkeit,
wie Quintilian sagt, frei von Neid und
fern aller Streitigkeiten, den Ruhm in Sicherheit
zu bringen – wie soll das geschehn?

Sich bei der Nachwelt einzuschmeicheln, wem
gelingt das schon! Und von Verehrung zu
Lebzeiten zu reden, erdrückt die eigene Phantasie;
sie liebt es, frei zu sagen, wer die Feder führt
und uns Gedanken gibt, die überall zuhause
sind, nur nicht im Willen und Bewußtsein
unserer kleinen Welt.

Das ist der Platz des Ruhms:
Vermächtnis aus unzähligen Berührungen des
Geistes, aus dem Gedankenmeer der Zeit, und von
der Muse in die richtige Bahn geführt.

Auf diesem Weg erreichen wir das angestrebte Ziel,
wir selbst zu sein. Ruhm und Verehrung: Ballast,
der Sinne und Gedanken stört.


Aus: Antike... Gegenwart - Reihe Cimarron libris

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