Um
welche Liebe hat man uns betrogen - Sonett 13
Es ist ein
trauriges Erinnern - doch du bist allein. Und keine Macht auf Erden
bringt es dir zurück. Du fragst, wie war es damals, war’s das Glück?
Und insgeheim wünschst du, es könnte so wie früher sein.
Das ist
ein flüchtiger Moment, die Zeit. Kein Mensch hält sie beim Schopfe
fest. So wohlbehütet wie in eines Vogels Nest war’n wir nur einmal
- ‘s ist Vergangenheit.
Wie schnell uns diese Zeit verloren geht.
Was haben wir gelernt und was erfahren? Vorüber sind die Träume aus
den Kinderjahren. Wohl dem, der später mit der Zeit auf festen Füßen
steht. Und doch, es quält uns etwas, vom Nest weit abgeflogen, es
ist wie Liebeskummer - um welche Liebe hat man uns betrogen?

Weitere Beispiele unter dem Titel
33 Sonette bei Cimarron
libris (Band 21).

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